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[LEITFADEN] Anordnungen zum Messen von Vitalwerten
#1
GRUNDLAGE
Über die ärztlichen Anordnungen kann die regelmäßige Erhebung (und Dokumentation) von Vitalwerten für Krankenhauspatienten eingestellt werden.

STANDARD-ANORDNUNGEN
Jeder Patient soll gewisse Standardanordnungen erhalten. Dazu gehört:
  • Alle 8h Messung des Blutdrucks (systolisch und diastolisch)
  • Alle 8h Messung des Pulses
  • Alle 24h Messung der Temperatur
Dadurch soll sichergestellt werden, dass der grundsätzliche Allgemeinzustand des Patienten im Tagesverlauf überwacht werden kann und Komplikationen (z.B. durch Tachykardie, Hypotonie oder Fieber) rechtzeitig erkannt werden.

ZUSÄTZLICHE ANORDNUNGEN
Bei manchen Patienten können zusätzliche Anordnungen sinnvoll sein. Grundsätzlich gilt aber: die Anordnungen sollten stets überprüft werden und es soll immer so viel wie nötig, aber so wenig wie möglich angeordnet werden! Die Anordnungen erzeugen eine große Datenmenge für das System, sodass mit ihnen kritisch umgegangen werden sollte.

Einige Beispiele, wann zusätzliche Anordnungen Sinn ergeben:
  • Intubierter und Beatmeter Patient: zusätzlich alle 3h SpO2 - das Messen der Atemfrequenz ergibt keinen Sinn, da die Frequenz an der Maschine eingestellt wird und sich folglich nicht verändert
  • Patient mit arterieller Hypertonie während der Blutdruckeinstellung: Blutdruck jede Stunde - sobald die Einstellung abgeschlossen ist, wird wieder auf alle 8h hochgestellt
  • Patient mit starken Schmerzen, dessen Schmerztherapie noch eingestellt werden muss: Schmerzen alle 3h - sobald eine stabile Schmerzmedikation eingestellt wurde alle 12h
  • Hämodynamisch instabiler Patient: Puls und Blutdruck jede Stunde, SpO2 alle 3h, Atemfrequenz wenn nicht intubiert+beatmet auch alle 3h
  • etc.
Einige Beispiele, wann zusätzliche Anordnungen keinen Sinn ergeben:
  • Bei jedem Patienten alle Anordnungen jede Stunde
  • Bei jedem Patienten Anordnung aller Messwerte
  • Messung der Mobilität bei einem nicht mobilitätseingeschränkten Patienten
  • Messung von Schmerzen bei einem Patienten ohne zu erwartende Schmerzen
  • etc.
Zusammenfassend kann man also sagen: Anordnungen sollten nur da eingesetzt werden, wo sie sinnvoll sind und regelmäßig überprüft und ggf. angepasst werden!
Chefarzt a.D.
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