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[LEITFADEN] Sonographie
#1
GRUNDLAGEN
Die Sonographie (Ultraschall) ist eine fast überall verfügbare, kostengünstige, schnell und nicht-invasiv einsetzbare Standard-Untersuchung. Sie findet Anwendung in einer Vielzahl von Situationen und bildet häufig die bildgeberische Basis-Diagnostik. Daneben ist sie vor allem in Notfall-Situationen im Rahmen bestimmter Protokolle (z.B. FAST-Sonographie) ein unverzichtbarer Bestandteil zur schnellen Diagnose von lebensgefährlichen Komplikationen wie Blutungen.

Wer die Grundlagen des Ultraschalls und die Entstehung eines Ultraschallbildes verstehen will, dem sei z.B. folgende Seite ans Herz gelegt: https://www.thieme.de/viamedici/klinik-f...-24984.htm

DURCHFÜHRUNG
Die Sonographie wird in der endoskopischen Funktionsabteilung durchgeführt. Dazu muss wie üblich eine Anforderung (Patientenakte -> "Anforderungen und Befunde" unten rechts -> "Neue Anforderung" -> "Sonographie") gestellt werden. In der Funktionsabteilung kann dann die Anforderung geöffnet und der Patient in den Sonographie-Raum geholt werden. Mit einem Klick auf den blauen "Sonographie"-Button bei den Patienten-Aktionen kann die Sonographie aufgerufen werden.

Zur Durchführung der Untersuchung stehen nun verschiedene Kategorien zur Verfügung, die jeweils Buttons zum Erstellen unterschiedlicher Sonographie-Bilder enthalten. Ein Klick auf einen Button erstellt das Bild, das kurz darauf ganz oben auf der Seite erscheint. Ein Klick auf ein Bild vergrößert es.

Nach Durchsicht aller Bilder muss der Befund, die Beurteilung sowie eine Therapieempfehlung geschrieben werden. Nach Abschluss der Untersuchung (Absenden des Befundes) muss der Patient über die Verlegen-Funktion auf die Ursprungsstation zurückverlegt und der Sonographie-Raum grunddesinfiziert (bei infektiösen Patienten abschlussdesinfiziert) werden. 

NOTFALL-SONOGRAPHIE
In der Zentralen Notaufnahme steht ein mobiles Sonographie-Gerät zur Notfall-Sonographie zur Verfügung. Wenn es dem Raum zugewiesen wurde, kann es am Patienten über den blauen "Sonographie"-Button verwendet werden. Es erscheint eine Meldung, dass keine Sonographie angefordert wurde - ein Klick auf den darunter befindlichen Button erstellt eine Notfall-Anforderung, sodass die Untersuchung dann durchgeführt werden kann. Wenn in der Notfallsituation keine Zeit ist, den Befund ausführlich zu schreiben, kann dies auch später nachgeholt werden!

PIKTOGRAMME
Jedes Ultraschallbild sollte mit einem Piktogramm versehen sein, das anzeigt, wo und wie der Schallkopf gehalten wurde, um das Bild zu erstellen. So ist bei mehreren Sonographie-Bildern immer möglich, die einzelnen Bilder den entsprechenden Körperstellen/Untersuchungen zuzuweisen.

ZU DEN EINZELNEN UNTERSUCHUNGEN SCHILDDRÜSEN-SONOGRAPHIE
Die Sonographie der Schilddrüse ist ein Basis-Baustein in der Diagnostik von Schilddrüsenerkrankungen. Dazu gehört auch das Ausmessen des Schilddrüsen-Volumens (dieses Feature ist momentan noch nicht eingebaut!)

Untersuchung
Es werden beide Schilddrüsenlappen (rechter und linker) sowohl transversal als auch longitudinal untersucht. Beurteilt werden:
  • Größe - normal groß, verkleinert, vergrößert?
  • Schilddrüsenparenchym (Schilddrüsengewebe) - homogen (überall gleich) oder inhomogen?
  • Raumforderungen - sind Knoten, Zysten o.ä. sichtbar?
  • umliegende Weichteile - sind die miterfassten Weichteile auffällig?
Normalbefund
   
Linker Schilddrüsenlappen transversal
   
Linker Schilddrüsenlappen longitudinal

Befund: Schilddrüse beidseits normal groß, homogen, keine Knoten.
Beurteilung: Normalbefund.

Hashimoto-Thyreoiditis
   
Linker Schilddrüsenlappen transversal
[attachment=191]
Linker Schilddrüsenlappen longitudinal

Befund: Schilddrüse beidseits verkleinert, inhomogen mit scharf abgrenzbaren großen echoarmen Arealen, keine Knoten.
Beurteilung: V.a. Hashimoto-Thyreoiditis.

Morbus Basedow
[attachment=189]
Linker Schilddrüsenlappen transversal
[attachment=190]
Linker Schilddrüsenlappen longitudinal

Befund: Schilddrüse beidseits vergrößert, inhomogen mit scharf abgrenzbaren kleinen echoarmen Arealen, keine Knoten.
Beurteilung: V.a. Morbus Basedow.

VENEN-SONOGRAPHIE

Die Sonographie der Venen wird zum Ausschluss einer Phlebothrombose genutzt und ist dabei der Goldstandard in der TVT-Diagnostik. Untersucht werden drei Abschnitte der tiefen Beinvenen: 1. die V. tibialis anterior, 2. die V. poplitea und 3. die V. femoralis. 

[attachment=178]

Je weiter proximal (zum Körperstamm hin) die Thrombose zu finden ist, umso ausgeprägter ist der Befund.

Die Vene sollte sich aufgrund der Füllung mit Blut echoarm (dunkel) und klar abgrenzbar darstellen. Ist das Lumen (das Veneninnere) echoreich (hell) oder von unterschiedlicher Echogenität (helle und dunkle Anteile), spricht das für das Vorliegen einer Thrombose in diesem Gefäßabschnitt.

V. tibialis anterior
[attachment=179][attachment=180]

V. poplitea
[attachment=181][attachment=182]

V. femoralis
[attachment=183][attachment=184]
CAVE: die Vene liegt medial (innen), Arterie und Vene sind am anderen Bein also seitenvertauscht!

Normal-Befund/Beurteilung
Befund: Vena tibialis anterior echoarm und scharf abgrenzbar. Vena poplitea echoarm und scharf abgrenzbar. Vena femoralis echoarm und scharf abgrenzbar.
Beurteilung: Kein Hinweis für eine tiefe Beinvenenthrombose.

Beispiel Thrombose in der V. tibialis anterior und V. poplitea
Befund: Vena tibialis anterior echoreich und scharf abgrenzbar. Vena poplitea echoreich und scharf abgrenzbar. Vena femoralis echoarm und scharf abgrenzbar.
Beurteilung:[i] Tiefe Beinvenenthrombose von V. tibialis anterior bis V. poplitea. Die V. femoralis ist frei durchgängig.[/i]
Chefarzt a.D.
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